"GEHT NIT GIBTS NIT!" - Edwin Hochmuth aus Schlitters

hochmuth

"GEHT NIT GIBTS NIT !",
sagt der Schauspieler Edwin Hochmuth aus Schlitters. Der Erfolg gibt ihm Recht. Wie sonst hätte er die kaum zu besetzende Rolle des "Dinzi" im „Höllenritt“ von John B. Keane so brillant gespielt. Bei den Volksschauspielen in Telfs www.volksschauspiele.at schlüpfte er in die Haut einer der unglaublichsten Figuren der Theaterliteratur: einen gelähmten Krüppel, der auf den Schultern seines Bruders reitet und seiner Cousine mit Gewalt und List ihr Erbe abjagen will. 
Auch in vielen anderen Rollen glänzte Edwin Hochmuth. Wir sprachen mit ihm über die Bretter, die die Welt bedeuten, über Schmerzen, Erfolge, Niederlagen, die Liebe und seine Zukunftspläne.

 


better2gether: Warum ist die Rolle des Dinzi - abgesehen von der schauspielerischen Leistung - so schwer zu besetzen?


Edwin Hochmuth: Ich sitze als Dinzi auf den Schultern meines Schauspielkollegen Ernst Schnöller. Dabei waren meine Größe und mein geringes Gewicht sicher von Vorteil. Außerdem durfte ich meine Beine natürlich nicht bewegen und arbeitete ausschließlich mit dem Oberkörper, kroch auf Tischen herum usw. Ich bin hart im Nehmen und gebe als Schauspieler alles. Bei der Generalprobe kam es dann noch zu einem Unfall. Wir hüpften in ein 1 1/2 Meter tiefes Loch. Neben etlichen Abschürfungen und blauen Flecken hatte ich auch noch mit einer angebrochenen Rippe zu kämpfen. Das waren höllische Schmerzen - "aber geht nit gibts nit" bei mir. Also nahm ich starke Schmerzmittel und spielte bei der Premiere trotz meiner Verletzungen. Und das ging gut.


better2gether: Welche Rollen liegen dir am meisten?


Edwin Hochmuth: Ich bin kein Romeo und überhaupt kein Freund von Shakespeare. Ich liebe eher die Schaupspielerei mit der Brechstange - das brutale Schauspiel - und gebe dabei alles. Zu Romeo habe ich überhaupt ein gespaltenes Verhältnis. Diese Rolle habe ich all die Jahre in der Schauspielschule mit mir herumgeschleppt. Erst in der vierten Klasse, als ich die Schule abschloss, rang ich mich durch, den Romeo zu  spielen.

better2gether: Wie bist du an die Rolle des Dinzi gekommen?


Edwin Hochmuth: Ich hatte gerade ein absolutes Tief. Es ging mir richtig schlecht. Meine damalige Freundin hatte mich verlassen und ich zog wieder nach Hause. Als Einziger meiner Klasse hatte ich keinen Job als Schauspieler bekommen. So fing ich wieder bei Mc Donalds an. Ich bin gerne dort. Man kommt mir mit den Arbeitszeiten sehr entgegegen, was in meinem Beruf wichtig ist, und das Betriebsklima ist sehr gut. Dann kam ein Anruf von Regisseur Markus Plattner. Ich kannte ihn vom Lendbräutheater. Er fragte mich, ob ich Lust hätte, in Telfs zu spielen. Ich sagte sofort zu und kündigte meine Stelle bei Mc Donalds noch bevor ein Vorsprechen stattfand. Die Rolle des Dinzi war zwar vergeben, aber Markus Plattner wollte mich dafür einsetzen. Daraufhin schickte ich Felix Mitterer, der das Stück übersetzte, Bilder, auf denen ich böse Gesichter schnitt. Nach dem Vorsprechen war die Sache klar - und ich hatte die Rolle.


better2gether: Wie kann man sich die Schauspielschule  "Sachers" leisten und in einem oft brotlosen Beruf bestehen?


Edwin Hochmuth: Indem man arbeitet. Sei es als Schauspieler oder bei Mc Donalds, was für mich der perfekte Ausgleich ist. Meine Leidenschaft zu spielen ist so groß, dass ich einen Kredit aufnahm, um die Schule zu finanzieren.


better2gether: Wann stand für dich fest, Schauspieler zu werden?


Edwin Hochmuth: Das Theater habe ich schon immer geliebt und spielte bei der örtlichen Dorfbühne mit. 
In Zell spielte ich beim Zillertaler Freilichtspiel "Held aus dem Westen" den Christopher. "Du wirst nie Schauspieler und bist richtig schlecht", meinte unser Regisseur Rolf Barton. Ich gab nicht auf und probte oft bis Mitternacht. Nach der ersten öffentlichen Aufführung gab mir derselbe Regisseur die Hand und sagte: "Werde Schauspieler!"  Das war ein Schlüsselerlebnis.


better2gether: Erzählst du uns von deinem Werdegang?


Edwin Hochmuth: Ab der zweiten Klasse der Schauspielschule spielte ich schon ständig im Kellertheater und hatte damit einen deutlichen Vorsprung. Ich lernte viele Regisseure kennen und spielte bei der "Schottischen Formel" , "Herr Kolbert" und "Die Katze im Sack". "Material Girls" wurde gerade abgespielt. Im Landestheater spielte ich bei "Dantons Tod" und mehreren Rollen im Ensemble. Jetzt laufen die Proben zum Stück "Wildente". Ich spiele den Molvig. Die Pemiere ist am 12. 1. 2008 im Großen Haus am Landestheater.


better2gether: Hast du die Trennung von deiner Freundin verkraftet?


Edwin Hochmuth: Ich denke, das Schicksal gibt vieles vor. Ich verliebte mich beim Höllenritt in meine Maskenbildnerin Maria und fühle mich bei ihr sehr wohl. 


better2gether: Was sind Deine nächsten Ziele?


Edwin Hochmuth: Bis März bin ich am Landestheater. Natürlich schreibe ich Bewerbungen aber versteife mich nicht auf etwas Spezielles. Auch hier lasse ich das Schicksal spielen. Der Film würde mich sehr reizen und Regiekurse!


better2gether: Welche Erfahrungen konntest du beim Film bereits machen?


Edwin Hochmuth: Ich spielte beim österreichischen Kinofilm "Drei Zimmer - Küche - Tod" den Polizisten. Das waren Nachtdreharbeiten. Interessant ist es zu wissen, dass man für einen Dreh von drei bis vier Minuten ca. acht Stunden braucht. Das war überhaupt eine ganz witzige Geschichte. Zum Ersten hatten wir schon mit einer passenden Uniform für mich Probleme, weil ich nicht unbedingt der Größte bin. Auf der Straße habe ich in der Pause aus Spaß Autos aufgehalten. Das Machtgefühl hat mir imponiert. Man sitzt mit Uniform einfach am längeren Hebel. 
Weiters spielte ich im Thriller "Das Geheimnis am Königsee", der 2008 als RTL Premiere ausgestrahlt wird, den Tauchkollegen von Yvonne Catterfeld.

 
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